Darmstadt investiert in Radverkehr

 

Insgesamt hat der Darmstädter Magistrat 34 Maßnahmen beschlossen. Vorrangiges Ziel ist es, ein durchgängiges Radverkehrsnetz in Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen zu schaffen. Damit endeten auch die Verhandlungen mit dem Radentscheid Darmstadt.

 

Radentscheid Darmstadt - Übergabe Unterschriftenlisten
Die Initiatoren des Radentscheid Darmstadt übergeben am 04.05.2018 insgesamt 11.282 Unterschriften an Oberbürgermeister Jochen Partsch © Radentscheid Darmstadt/David Grünewald

Darmstadt wird mit 34 konkreten Maßnahmen die Radmobilität zügig ausbauen. Das Investitionsprogramm Radmobilität 4x4 und der nun beschlossene Maßnahmenplan benennen auch Projekte mit besonderer Priorität.

Nachdem der Maßnahmenplan beschlossen war, endeten die Verhandlungen zwischen Stadt und der Initiative Radentscheid Darmstadt. Allerdings ist der Radentscheid zusammen mit den unterstützenden Verbänden ADFC, VCD und Wegerecht im Runden Tisch Nahmobilität vertreten und bleibe so weiter an allen relevanten Enwicklungen in dem Bereich beteiligt, so Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Radstrategie entwickelt

Bereits im Juni 2019 war als Zwischenergebnis der Verhandlungen eine 23 Punkte umfassende Radstrategie für Darmstadt beschlossen worden. "Vorrangiges Ziel des jetzt vorliegenden Maßnahmenplans ist die Schaffung eines durchgehend attraktiven Radnetzes in Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung gemäß den Qualitätskriterien der Radstrategie. Der Maßnahmenplan umfasst 34 größere Einzelprojekte, darunter Projekte, die teilweise schon in planerischer Bearbeitung sind oder sich aus anderen Konzepten, etwa dem Luftreinhalteplan, ergeben", sagt Partsch.

Knotenpunkte sicherer gestalten

Ein Schwerpunkt in der Planung liegt laut Radstrategie auf der attraktiven und sicheren Führung des Radverkehrs an Knotenpunkten. Außerdem gibt es verbindliche Umbauten von bestimmten Straßen. Dafür hat sich die Stadt für eine Förderung durch das neue Bundesmodellprojekt "Innovative Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs / Leuchttürme des Radverkehrs" beworben.

Weitere Maßnahmen sind u. a. Markierungen für vorgezogene Radaufstellflächen an Kreuzungen, das Setzen von Pollern, um Falschparken auf Geh- und Radwegen zu unterbinden, die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr, der Einbau von Zählstellen für den Radverkehr und das Sanieren vorhandener Radwege. Zudem soll durch neue Markierungslösungen die Führung des Radverkehrs verbessert werden und die Darmstädter*innen können sich zukünftig über weitere Fahrradparkplätze freuen.

Entwicklungen in Darmstadt

Im Frühjahr 2018 hatte die Initiative Radentscheid Darmstadt über 11.000 Unterschriften gesammelt – mit dem Ziel, den Fuß- und Radverkehr deutlich zu stärken. Der Darmstädter Magistrat hatte die Form des Bürgerbegehrens für rechtlich unzulässig erklärt, aber den Inhalt mit der Initiative verhandelt. Gemeinsam wollte man auszuloten, welche Ziele bis wann und für wie viel umgesetzt werden können. Parallel dazu hatte der Magistrat das Radverkehr-Investitionsprogramm 4x4 aufgelegt.

Der nun vorliegende Maßnahmenplan ist neben der 23 Punkte umfassende Radstrategie ein weiteres Ergebnis der Verhandlungen. Als Experten begleiteten der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sowie die Professoren Jürgen Follmann und Axel Wolfermann von der Hochschule Darmstadt den Verhandlungsprozess.

 


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